Sich selbstständig machen mit Kind- echt jetzt?! Traust Du Dich das?

Ein Bericht von Detti Hendricks

Als Natascha mich um einen Gastartikel zu meiner Selbstständigkeit bat, habe ich mich sehr gefreut. Zeitlich konnte ich mich allerdings nicht ganz festlegen, denn mein Sohn ist ziemlich stark am Zahnen. Sie antwortete, ich bräuchte mich nicht zu beeilen, denn Zahnen müsse ja schließlich auch sein und es solle mir ja Spaß machen.

Damit hat sie die beiden wichtigsten Gründe für meine Selbstständigkeit getroffen:

1. Zahnen muss sein!

Mein Sohn ist noch kein halbes Jahr alt. Ich will für ihn da sein können.  Egal ob ein Pups drückt oder ein Zahn, er gerade mal genervt oder schlecht gelaunt ist oder er einfach nur Nähe braucht. Und auch wenn es ihm gut geht. Wenn er einfach da liegt und vor Freude über ein Spielzeug quietscht, er ganz zielstrebig immer wieder das Drehen übt und es dann endlich klappt oder er fröhlich brabbelnd aufwacht und anfängt zu lächeln, wenn er mich sieht. Für nichts und niemanden würde ich das verpassen wollen! Mama sein bedeutet für mich, Zahnen muss sein und der ganze Rest auch.

 

2. Es muss auch Spaß machen!

 Mit meinem bisherigen Job wäre das Vereinen von Beruf und Familie problemlos möglich gewesen, nur nicht mit dem bisherigen Arbeitgeber. Da wir sehr ländlich leben, ist die Auswahl an Top-Arbeitgebern und modernen Arbeitsmodellen hier noch gering bis nicht vorhanden. In meinem Job zu bleiben war für mich keine Sekunde eine Überlegung wert, obwohl es wirklich Spaß gemacht hat und auch gut bezahlt war. Aber ich bin nicht Mama geworden, um mein Baby mit wenigen Wochen abzugeben und diese unzähligen Glückssekunden nur aus Erzählungen zu kennen. Wenn ich auf der Arbeit sitzen muss, nur damit man mich eben vor dem PC sitzen sieht, obwohl ich mindestens genauso gut Zuhause vor dem PC sitzen könnte – da hört für mich der Spaß auf. Deshalb brauchte ich definitiv eine Neuausrichtung. Als unser Baby unterwegs war, haben mein Mann und ich lange überlegt, wie diese Neuausrichtung aussehen könnte.

“Nur” Mama sein kam auch nicht in Frage.

Zum einen bin ich einfach Macherin, Frühaufsteherin, Energie-im-Überfluss-habende und möchte meine Hirnzellen gerne nutzen, fordern und mich weiterentwickeln.

Zum anderen haben wir gerade erst unser Haus gebaut, auch finanziell kann ich langfristig nicht ganz ausfallen.

Also habe ich recherchiert und bin – ziemlich schnell – auf die Idee der Selbstständigkeit gekommen. Das war keine ganz neue Idee für mich, aber irgendwie hatte bis dato immer die vermeintliche Sicherheit des unbefristeten Arbeitsvertrags einen hohen Stellenwert für mich. Der Platz 1 in meinen Prioritäten bezüglich Arbeit hat sich jetzt aber in maximale Flexibilität gewandelt.

 

Etwas halbherzig habe ich trotzdem nach Teilzeitstellen Ausschau gehalten, die man aus dem Homeoffice erledigen kann. Aber auch da muss man meistens zu bestimmten Zeiten zumindest telefonisch greifbar sein. Das perfekte Jobangebot gab es für mich nicht.

 

Mit viel mehr Herz habe ich die Idee der Selbstständigkeit verfolgt und angefangen, alles zu sammeln.

Meine Talente, mein Wissen, meine Erfahrung, was ich gerne mache, was ich nicht machen will, was ich gerne noch lernen würde, wie viel Zeit ich (voraussichtlich) aufbringen wollte, für wen oder was ich gerne arbeiten würde, wie das rechtlich und versicherungstechnisch aussieht, welche Ideen andere schon hatten und womit sie erfolgreich waren (leider erzählt kaum jemand über Misserfolge, obwohl man davon ja viel lernen könnte!).

Ich habe viel mit meiner Familie und Freunden über verschiedene Ideen gesprochen, um mich immer wieder zu versichern, dass ich nicht völlig übergeschnappt bin. Mein Optimismus in Sachen Selbstständig war von Anfang an hoch, aber natürlich fragt man sich doch immer wieder, ob man sich selbst dabei auch richtig einschätzt. Letztendlich waren mein Mann und ich uns einig, dass mit der Sicherheit des Elterngeldes im Rücken jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen war, um es einfach zu machen.

Meine Selbstständigkeit

Die Essenz aus allen meinen Gedanken und Notizen war, dass ich gerne meinen bisherigen Job weitermachen würde – aber eben selbstständig und dadurch flexibel. So kam ich auf die virtuelle Assistenz. Anfangs hat es mich abgeschreckt, dass viele im Bereich Marketing, Social Media und Design arbeiten. Mit klassischem Backoffice und Managementunterstützung etc. einen Randbereich zu bedienen kann sich aber auch als Vorteil herausstellen – zumal ich in (Theorie und Praxis) sehr qualifiziert bin.

Also habe ich viel über das Thema gelesen, eine Webseite erstellt, eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen, ein Buchhaltungsprogramm installiert und eingerichtet, mich mit hilfreichen Programmen und Tools auseinandergesetzt, Zeiterfassungssysteme getestet und geschaut, wo ich Kunden finden kann, wenn es dann so weit ist.

 

Meine zweite Idee

Als unser Baby unterwegs war, wollte ich etwas über die notwendige Erstausstattung lesen. Was im Internet dazu an Checklisten und Empfehlungen zu finden war, war mit Affiliate-Links nur so gespickt und ich zweifelte doch sehr daran, dass man für die Erstausstattung eines Babys wirklich knappe 200 Artikel kaufen und mehrere tausend Euro ausgeben muss.

Also begann ich zu recherchieren, mit anderen Mamas zu reden und dann mit unserem Baby zu testen. Am Ende hatte ich nur knapp die Hälfte aller empfohlenen Artikel gekauft, mein Haus platzte nicht aus allen Nähten und ich habe eine Menge Geld gespart. Ich habe alles gesammelt und ein Buch daraus gemacht, welches ich bei Amazon im Selbstverlag veröffentlicht habe. Es war nicht meine erste Veröffentlichung, aber meine bisher erfolgreichste, ohne dass ich Werbung dafür gemacht habe.

Da ich sowieso für mein Leben gerne texte, habe ich parallel eine Menge geschrieben. Dabei dreht sich alles darum, wie man sich das Leben einfacher gestalten kann, um mehr Zeit für seine Prioritäten zu haben. Denn darin bin ich einsame Spitze. Ein Beispiel hierzu ist, dass ich nur 2 Mal pro Woche koche, aber jeden Tag ein frisch gekochtes Essen auf dem Tisch habe. Auch Einkaufen gehen wir nur 1 Mal pro Woche nur einen Einkaufskorb voll, der Rest des Einkaufs ist automatisiert. Prozessoptimierung findet in jeder Firma statt, ich habe sie in mein Privatleben integriert. So muss ich auf nichts verzichten und habe mehr Zeit und Geld.

Mit Haus, Kind und Job muss das Rundherum einfach sein und funktionieren – vor allem, wenn man auf nichts verzichten will.  Über die Jahre hatte ich schon viele Ideen, habe Dinge ausprobiert und viel dazu gelesen. Dieses Wissen will ich weitergeben, denn es macht so vieles leichter! Wenn du Interesse an diesem Thema hast und dein Leben auch gerne etwas unkomplizierter hättest, besuch doch mal meinen Blog www.mehr-vom-Leben.eu.

 

Mein Ziel

Ab Neujahr startet meine Selbstständigkeit offiziell. In den letzten 3 Monaten habe ich jede freie Minute genutzt um alles so gewissenhaft wie möglich vorzubereiten. Aktuell bin ich mit den ersten möglichen Kunden für die virtuelle Assistenz im Gespräch und hoffe, dass ich meinen ersten wirklichen Auftrag daraus generieren kann. Außerdem arbeite ich an meinem Blog und weiteren Büchern.

Die ersten 3 Monate bekomme ich noch das volle Elterngeld, danach noch einige Monate Elterngeld Plus. So habe ich einen zeitlichen Rahmen, in dem sich meine Selbstständigkeit entwickeln kann. Mein finanzielles Ziel ist es, in den ersten 3 Monaten so viel zu verdienen, dass ich meine Investitionen wieder raushabe. Danach soll mein Einkommen stetig wachsen. Innerhalb von einem Jahr möchte ich genauso viel verdienen, wie bisher in meinem Angestelltenverhältnis, dafür aber weniger Wochenstunden leisten müssen und flexibel sein.

Das ist ein hohes Ziel und es zu erreichen bedeutet sicherlich viel Arbeit. Aber ich weiß, wofür ich das mache und bin mir ganz sicher, dass es am Ende funktionieren wird!

 

Traut euch!

Selbst jetzt bekomme ich trotz Baby Stellenangebote, die aus Arbeitgebersicht perfekt zu mir passen, die ich aber dankend ablehne. 40 Stunden pro Woche plus Überstunden und Fahrerei? Nein! Nicht in einem Zeitalter, in dem das Ganze auch digital funktioniert. Und je mehr Frauen (und hoffentlich auch Männer!) ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass die Arbeitgeber sich darauf einstellen müssen, desto schneller wird es für uns alle funktionieren!

 

Denn was bekommen wir denn, wenn wir die Kinder mehr oder weniger freiwillig immer früher abgeben? Was ist mit der Bindung? Dem Stellenwert von Familie? Füreinander da sein? Das gibt es heute schon immer weniger. Kaum eine Familie hält noch wirklich zusammen und geht miteinander durch dick und dünn. Für meine Familie zählt das nicht, wir unterstützen uns immer. Und den Wert einer echten Familie will ich auch meinem Kind mitgeben. Denn da fängt doch die Loyalität an, die Arbeitgeber so sehr fordern. Und wenn ich die für mein Kind nicht habe, für wen denn dann?

 

Seid mutig, geht neue Wege und nutzt eure Chance!

 

Detti Hendriks

Danke liebe Detti für Deine Offenheit und deine ausführlichen Schilderungen zu Deinem Weg in die Selbstständigkeit. Go for it!

Erzählt uns, wie ihr das seht. Was sind Eure Ängste bei der Selbstständigkeit oder was bremst Euch immer wieder aus?

Wenn Du wirklich Dein Herzensbusiness in die Welt bringen möchtest oder Deine Selbstständigkeit endlich auf ein nächstes Level bringen möchtest-ohne Dich immer wieder “ausbremsen” zu lassen, unterstütze ich Dich gerne dabei.

Melde Dich einfach hier an: https://nataschaschlienz.com/Beratungssession/

 

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Love, Natascha

 

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